Geschichte + Philosophie

Termine und Kosten der hier vorgestellten Kurse entnehmen Sie bitte dem Programm 2019/20


 

701 Die Weimarer Republik im Spiegel ihrer Literatur II

Werke und politische Positionen von Joseph Roth und Erich Maria Remarque

Dr. Reiner Zilkenat


KZ 701 Geschichte FalladaNur vierzehn Jahre währte die Weimarer Republik. In dieser Zeitspanne wechselten Regierungskoalitionen unterschiedlicher Parteien und Reichskanzler in schneller Folge. Mehrfach wurden Putschversuche von reaktionären politischen Kräften unternommen. Nach einer ökonomischen Krise bislang nicht gekannten Ausmaßes wurde schließlich am 30. Januar 1933 mit der Installierung des Kabinetts Hitler das Ende der Weimarer Republik besiegelt.

Die Dramatik dieser historischen Prozesse wurde in den Werken vieler Schriftsteller beschrieben. Zwei der Bedeutendsten von ihnen waren Joseph Roth und Erich Maria Remarque.

Ihre Biographien, ihren Platz in der Literaturgeschichte sowie ihre ästhetische Handschrift sollen zu Beginn ausführlich nachgezeichnet werden, um danach den Blick der Autoren auf die damaligen Ereignisse zu erkunden. Vier ihrer Romane werden analysiert: Joseph Roths „Rechts und links“ (1929), und „Das Spinnennetz“ (1923) sowie Erich Maria Remarques „Der Weg zurück“ (1930/31)“ und „Drei Kameraden“ (1937/38).

Dabei soll im Mittelpunkt stehen, wie sie die revolutionären Ereignisse 1918/19, die Republikgründung und die Zeit der „Goldenen 20er Jahre“ literarisch bearbeiteten und ob eine Zwangsläufigkeit der politischen und sozialen Entwicklung, die in der Errichtung des Nazi-Regimes 1933 einmündete, aus ihren Werken interpretiert werden kann.

Foto: Helmut Komitsch


 

702 Jüdisches Leben in Deutschland 1870 bis 1933

Dr. Reiner Zilkenat


KZ 702 Geschichte Prager FenstersturzIn der Mitte des 19. Jahrhunderts vollendete sich die Judenemanzipation, also der Prozess der verfassungspolitisch fixierten Gleichstellung der Juden mit den Bürgerinnen und Bürgern anderer Konfessionen in Deutschland. Was allerdings blieb, war die häufig anzutreffende gesellschaftliche Ausgrenzung von Juden, so galten sie im Alltag für nicht wenige Angehörige des Bürgertums und des Adels als Bürger zweiter Klasse.

Ziel des Kurses ist es, beide Erscheinungsformen des jüdischen Lebens nachzuzeichnen: Den Prozess der wachsenden Integration der Juden in die bürgerliche Gesellschaft und den zeitgleich entstehenden und immer größeren Einfluss gewinnenden Antisemitismus, der die Rücknahme der Judenemanzipation forderte und eine „rassisch“ motivierte Judenfeindschaft propagierte. Dabei werden nicht nur die Pogrome bzw. pogromartigen Krawalle in Konitz (1899) und in Berlin 1923, 1930 und 1931 analysiert, sondern auch der „alltägliche Antisemitismus“ in den Blick genommen.

Zugleich sollen die Biographien einiger jüdischer Persönlichkeiten skizziert werden, die in erheblichem Maße die deutsche Geschichte jener Jahre prägten, darunter den 1922 ermordeten Walther Rathenau

Foto: Bundesarchiv, Bild 183-L40010 / CC-BY-SA 3.0; Walter Rathenau

 


 

703 K Der weltweite Terrorismus als Folge der US-Politik

Dr. Sylvia Powels-Niami


Date shotBereits im Frühjahr 1979, als die Sozialisten in Kabul die Macht übernommen hatten, wurde von der CIA die erste Denkschrift zur Unterstützung der afghanischen Mudschahidin vorgelegt. Im selben Jahr autorisierte Präsident Carter die Unterstützung der islamischen Kämpfer. Am Ende gaben die USA Millionen für den Dschihad in Afghanistan aus. In den 1980er Jahren pilgerten militante Islamisten aus der ganzen Welt zum anti-sowjetischen Dschihad nach Afghanistan. Ein wichtiger Patron der ausländischen Freiwilligen wurde der saudische Millionärssohn Usama bin Laden. Aus Bin Ladens Organisation ging in den 1980er Jahren Al-Qaida hervor. Am Ende führte der von Washington unterstützte Dschihad zum Zusammenbruch der Sowjetunion und des Ostblocks. Anschließend versank Afghanistan in einem blutigen Bürgerkrieg.

In diesem Kurs soll die Instrumentalisierung des Islam in der Politik nichtmuslimischer Großmächte aufgearbeitet werden. Die dahinter stehenden Fakten sind wenig oder gar nicht bekannt und werden auch in den Medien nicht transparent gemacht. Das jüngste Beispiel für diese Art von Politik ist die Zerstörung des multiethnischen und multireligiösen Irak, der gleichzeitig die Wiege der westlichen Zivilisation ist. Der letzte noch intakte Staat ist Iran, aber es scheint so gut wie sicher, dass auch er der Zerstörungsstrategie zum Opfer fallen wird.

Abb.: Description: An Afghan Mujahideen demonstrates positioning of a hand-held surface-to-air missile. Date shot: 26 Aug 1988 Source: http://www.dodmedia.osd.mil/Assets/Still/1988/DoD/DD-ST-88-09407.JPG ID: DD-ST-88-09407 (Released to Public)


 

721 Philosophie für Einsteiger

Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral? Von Glück, Gewissen und anderen Problemen

Dr. Eva-Maria Kaufmann


KZ 721 Philosophie FreundschaftLiebeZwischen Geburt und Tod spannt sich das Menschsein aus – dazwischen liegt das Leben mit seinen Fragen, Herausforderungen und Entscheidungen. Hinter dem, was das philosophische Wörterbuch nüchtern als Anthropologie oder Ethik bezeichnet, verbirgt sich ein inzwischen jahrtausendealtes Ringen um zentrale Fragen des menschlichen Lebens:

Ist der Mensch „von Natur aus“ ein Egoist? Was ist Glück? Oder: Ist Glück überhaupt das Entscheidende? Bin ich frei oder durch das Schicksal, meine gesellschaftliche Stellung oder meine biologische „Natur“ bestimmt und determiniert?

Angesichts der heutigen Fülle und Überfülle von Möglichkeiten: Was ist überhaupt wichtig für mich? Vor dem Hintergrund, dass wir alle urteilen, beurteilen und verurteilen stellt sich die Frage: was ist gut und richtig? Und noch grundlegender: Was kann ich überhaupt erkennen? Wie weit reichen die Grenzen meiner Erkenntnisfähigkeit? Auf all diese Fragen sollen exemplarisch Antworten von Aristoteles bis Hannah Arendt betrachtet werden

Abb.Wikipedia: Hannah Arendt's gravestone from the Bard College cemetery in Annandale-on-Hudson, New York


 

722 Kleines 1x1 der Philosophie

Klassiker lesen. Platons Politeia Teil 2

Dr. Eva-Maria Kaufmann


Die Schule von Athen

Platons Politeia (Der Staat) ist nicht nur einer der bedeutendsten und wirkungsmächtigsten Texte der Philosophiegeschichte, sondern gleichermaßen eine „Summe der platonischen Philosophie“.

Ausgehend von der Frage nach der Gerechtigkeit – die im ersten Buch wie beiläufig im Gespräch unter Freunden entsteht – entwirft Sokrates als Bild der menschlichen Seele einen idealen Staat.

Thema werden Erziehung und Bildung, Ethik und Kunst, Staatsphilosophie, verbunden mit einer kritischen Untersuchung der bestehenden Verfassungen und nicht zuletzt Erkenntnistheorie mit dem bekannten Höhlengleichnis. Doch gerade letzteres verweist zurück auf den Anfang, den von Sokrates geführten Dialog als zentrales Anliegen des platonischen Werks.

Begleitend zur Lektüre und Interpretation ausgewählter Abschnitte sollen auch ältere und neue Stimmen herangezogen werden. (Textgrundlage ist die Übersetzung von Friedrich Schleiermacher; z. B. in der Rowohlt-Ausgabe).

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Raffael_058.jpg Die Schule von Athen