Geschichte + Philosophie

Termine und Kosten der hier vorgestellten Kurse entnehmen Sie bitte dem Programm 2018/19



Kennziffer 701

Die Weimarer Republik im Spiegel ihrer Literatur

Dr. Reiner Zilkenat


KZ 701 Geschichte FalladaNur vierzehn Jahre währte die Weimarer Republik. In dieser Zeitspanne wechselten Regierungskoalitionen unterschiedlicher Parteien und Reichskanzler in schneller Folge. Mehrfach wurden Putschversuche von reaktionären politischen Kräften unternommen. Nach einer ökonomischen Krise bislang nicht gekannten Ausmaßes wurde schließlich am 30. Januar 1933 mit der Installierung des Kabinetts Hitler das Ende der Weimarer Republik besiegelt.

Die Dramatik dieser historischen Prozesse wurde in den Werken vieler Schriftsteller beschrieben. Zwei der Bedeutendsten von ihnen waren Hans Fallada und Lion Feuchtwanger.

Ihre Biographien, ihren Platz in der Literaturgeschichte sowie ihre ästhetische Handschrift sollen zu Beginn ausführlich nachgezeichnet werden, um danach den Blick der Autoren auf die damaligen Ereignisse zu erkunden.
Vier ihrer Romane werden analysiert:
Falladas „Wolf unter Wölfen“, „Bauern, Bonzen und Bomben“ sowie
Feuchtwangers „Geschwister Oppermann“ und „Die Brüder Lautensack“.

Dabei soll im Mittelpunkt stehen, welche Ursachen sie für den Niedergang der Weimarer Republik erkannten und ob eine Zwangsläufigkeit der politischen und sozialen Entwicklung, die in der Errichtung des Nazi-Regimes 1933 einmündete, aus ihren Werken interpretiert werden kann.

Foto © Hans-Fallada-Archiv, Carwitz: Fallada um 1930



Kennziffer 702

Europa in Flammen - der Dreißigjährige Krieg

Dr. Reiner Zilkenat


KZ 702 Geschichte Prager FenstersturzDer Dreißigjährige Krieg, dessen Anlass der „Prager Fenstersturz“ vom 23. Mai 1618 war, gehört zu den folgenreichsten Kriegen der europäischen Geschichte. Drei Jahrzehnte lang waren es vor allem die Territorien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die durch zahlreiche Schlachten und das Wüten der Soldateska gegenüber der Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen wurden. Im Ergebnis wurden manche Gebiete weitgehend entvölkert sowie durch Hungersnöte und Epidemien in wirtschaftliches und soziales Elend gestürzt.

Der konfessionelle Gegensatz von Protestanten und Katholiken wurde mitunter durch rein machtpolitische Erwägungen überlagert, indem Allianzen auch zwischen Fürsten und Kriegsherren beider Konfessionen geschlossen wurden. Am Ende stand der 1648 vereinbarte Westfälische Frieden, der es allerdings nicht vermochte, dass politische Konflikte künftig nicht mit Waffengewalt ausgetragen wurden.

Neben den wichtigsten politischen Ereignissen und militärischen Entscheidungen jener Jahre soll auch der Alltag der leidenden Zivilbevölkerung sowie der Soldaten behandelt werden, ergänzt um die Biographien einiger der wichtigsten Herrscher und Heerführer des Krieges.

Abschließend ist die Frage nach den demographischen, wirtschaftlichen und politischen Folgen des Dreißigjährigen Krieges zu stellen, die vornehmlich am Beispiel des Kurfürstentums Brandenburg dargestellt werden.

Abb. Planet Wissen: Kupferstich Prager Fenstersturz, 1618



Kennziffer 703K

Orientalische Einflüsse auf die europäische Literatur

Dr. Sylvia Powels-Niami


KZ 703K Orientalische Einfluesse auf LiteraturDie Übermittlung orientalischer Literatur, sowohl wissenschaftlicher als auch schöngeistiger, erfolgte über die beiden Zentren arabischer Kultur in Europa: Italien und in erster Linie Spanien.

Bereits um die Mitte des 10. Jahrhunderts begann man in Spanien, arabische Werke ins Lateinische, Romance (Castellano) und Hebräische zu übersetzen. Allerdings sind die Übersetzungen, die vor dem 12. Jahrhundert liegen, fast immer anonym entstanden. Seit dem 12. Jahrhundert jedoch haben in Spanien zahlreiche Gelehrte gearbeitet, die sich in den wichtigsten Städten des Landes niederließen, wo sie alle Handschriften übersetzten, die ihnen in die Hände fielen. Ein großer Teil von ihnen stand unter der Protektion des Erzbischofs Raimund, dem Gründer der berühmten Übersetzerschule von Toledo.

Das 13. Jahrhundert ist mit Sicherheit diejenige Periode, die für die Übermittlung von kulturellen Werten an das Abendland am interessantesten ist, da im Laufe dieses Jahrhunderts eine Reihe von Werken übersetzt wurde, die im mittelalterlichen Europa und weit darüber hinaus zu echten Bestsellern wurden. Sie stammten zum Teil ursprünglich aus Indien, und auf diese Weise wurde zum Beispiel die indische Rechenmethode in Europa eingeführt. Die literarischen Werke wurden nicht nur übersetzt, sondern über die Jahrhunderte vielfach be- und überarbeitet.

Beispielhaft sollen in dem Kurs einige Werke vorgestellt werden.

Buch © Barbara Vinken: Translatio Babylonis. Unsere orientalische Moderne, 2015



Kennziffer 711K

Antike Welten

Zwischen Wüste und Mittelmeer - Das antike Syrien

Dr. Nicola Crüsemann


KZ 711K AntikeWelten SyrienDas Gebiet des heutigen Syrien kann nicht nur geografisch, sondern auch klimatisch und kulturell als „ein Land des Überganges“ bezeichnet werden. Bereits seit der Frühzeit stand die Region in engem Kontakt und Austausch mit den angrenzenden Großräumen Anatolien, Mesopotamien und Ägypten.

So wurde in Syrien eine Vielzahl kultureller Einflüsse aus den verschiedensten Regionen aufgenommen und kreativ verarbeitet. Zugleich aber wurde Syrien immer wieder von angrenzenden Großreichen dominiert, deren Interessenzonen sich oft genug hier überschnitten. Das Gebiet Syriens war somit spätestens seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. eine Region des fruchtbaren kulturellen Austausches einerseits und der kriegerischen Auseinandersetzung um Einflusszonen andererseits.

Der Kurs befasst sich mit Aspekten der Vorgeschichte Syriens von den ersten Städten im 4. Jahrtausend v. Chr. bis zur Eroberung der Region durch Alexander den Großen. Dabei werden anhand ausgewählter Siedlungen und Grabungsorte wie Habuba Kabira, Ebla, Ugarit, Qatna und Tell Halaf entscheidende politische und kulturelle Etappen in der Entwicklungsgeschichte einer bis heute umkämpften Region dargestellt und mit Bild- und Textmaterial veranschaulicht.

Abb. Wikipedia: Ungefähre Verbreitung der Halaf- und der Hassuna-Samarra-Kultur



Kennziffer 721

Philosophie für Einteiger

Über Freundschaft und Liebe

Dr. Eva-Maria Kaufmann


KZ 721 Philosophie FreundschaftLiebe„Denn niemand würde wählen, ohne Freunde zu leben, auch wenn er alle übrigen Güter hätte.“ (Aristoteles)

Freundschaft und Liebe sind als Themen jederzeit aktuell und in der abendländischen Philosophie schon seit ihren Anfängen diskutiert worden: beschrieben, beschworen, aber auch kritisch hinterfragt. Das Wort „Freundschaft“, so Siegfried Kracauer, gehört zu jenen „Wortgefäßen“, in denen „die Erfahrung der Generationen, unerschöpfliches Leben, unzählige Geschehnisse sich verbergen“.

Doch ist der Mensch tatsächlich ein Wesen, das von Natur aus auf Beziehungen angelegt ist? Ist er nicht vielmehr vom Eigeninteresse geleitet – und damit jede Liebe letztlich egoistisch? Oder gilt es, zwischen einer richtig und einer falsch verstandenen Selbstliebe zu unterscheiden?

Diese Fragen sollen anhand von philosophischen Positionen von der Antike bis in unsere Zeit diskutiert werden.

Abb. © Getty Images: Eros, Picadilly Circus, London



Kennziffer 722

Kleines 1x1 der Philosophie

Klassiker lesen. Platons Politeia

Dr. Eva-Maria Kaufmann


KZ 722 PhilosophiekursePlatons Politeia (Der Staat) ist nicht nur einer der bedeutendsten und wirkungsmächtigsten Texte der Philosophiegeschichte, sondern gleichermaßen eine „Summe der platonischen Philosophie“.

Ausgehend von der Frage nach der Gerechtigkeit – die im ersten Buch wie beiläufig im Gespräch unter Freunden entsteht – entwirft Sokrates als Bild der menschlichen Seele einen idealen Staat.

Thema werden Erziehung und Bildung, Ethik und Kunst, Staatsphilosophie, verbunden mit einer kritischen Untersuchung der bestehenden Verfassungen und nicht zuletzt Erkenntnistheorie mit dem bekannten Höhlengleichnis. Doch gerade letzteres verweist zurück auf den Anfang, den von Sokrates geführten Dialog als zentrales Anliegen des platonischen Werks.

Begleitend zur Lektüre und Interpretation ausgewählter Abschnitte sollen auch ältere und neue Stimmen herangezogen werden. (Textgrundlage ist die Übersetzung von Friedrich Schleiermacher; z. B. in der Rowohlt-Ausgabe).

Gemälde Alte Nationalgalerie, Berlin: A. Feuerbach: Gastmahl des Platon


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