Geschichte ausführlich

Die Zeit seit der Gründung bis 1989

Am 03. September 1978 eröffnete das Institut für Medizinische Soziologie der Charité - Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin - im Rahmen des Forschungsprojektes "Gerontologie der DDR" die "Universität der Veteranen der Arbeit". Sie tat dies unter dem Motto "Nicht nur dem Leben mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben hinzufügen". Die führenden Gerontologen der Charitè waren:

  • Herr Prof. Dr. Schmidt - Leiter
  • Herr Prof. Dr. Eitner - Vorsitzender des Beirates
  • Frau Dr. Kalbe - stellvertretende Leiterin
  • Frau Prof. Dr. Kuhlmey - Sekretärin
    Seit 2010 Wissenschaftliche Direktorin des CharitéCentrums für Human- und Gesundheitswissenschaften
    Seit 2014 Prodekanin für Studium und Lehre

Die Vorlesungen fanden alle 14 Tage statt. Es wurde vorwiegend über Probleme des Alters gesprochen, wobei die Medizin im Mittelpunkt stand. Das Interesse der Senioren war so groß, dass die Angebote Jahr für Jahr fortgesetzt wurden. Der ursprüngliche Gedanke, die Vorlesungen jedes Jahr vor einem neuen Hörerkreis zu wiederholen, wurde durch das starke Interesse der Senioren ad absurdum geführt, denn die Senioren kamen in jedem Studienjahr wieder und erwarteten ein neues Themenspektrum.

So wurden immer mehr Wissenschaftsgebiete in das Vorlesungsprogramm aufgenommen, vor allem aus den Bereichen Philosophie, Kunst und Kultur, Geschichte, Politik, Technik u. a. Der Wunsch, bestimmte Themen zu vertiefen, führte 1982 zur Gründung eines Literaturzirkels. 1987/88 kamen Museums- und Architekturkurse hinzu, die größtenteils ehrenamtlich organisiert wurden. Die "Universität der Veteranen der Arbeit" setzte ihre Tätigkeit bis 1989 ununterbrochen fort.

Die Wende 1989 und die Folgejahre

Die politische Wende in Deutschland löste eine Reihe von Veränderungen aus. Aus der "Universität der Veteranen der Arbeit" wurde die „Seniorenuniversität der Charité“. Frau Prof. Dr. Kuhlmey und Frau Dr. Kalbe war es zu verdanken, dass es in den Nachwendejahren keine Lücken und Abstriche am Programm gab. Sie retteten die Seniorenuniversität vor dem Schicksal vieler DDR-Einrichtungen – der Abwicklung.

Aus dem ehemaligen Westen Berlins meldete sich schon bald die Berliner Akademie für weiterbildende Studien e. V., um die auch dort bekannte Einrichtung der Charité mit zu nutzen. Dabei machten unterschiedliche Denkansätze, Traditionen und Bildungskonzepte anfangs die Zusammenarbeit schwierig. Doch der Wille zur Kooperation und der Wunsch, die Seniorenuniversität für Berlin zu erhalten, setzten sich durch. Für die Mitglieder brachte das wesentliche Vorteile, denn das Themenspektrum konnte beträchtlich erweitertet werden und es gab nunmehr wöchentliche Vorlesungen der Seniorenuniversität.

Frau Prof. Dr. Kuhlmey öffnete die inhaltliche und organisatorische Gestaltung der Angebote für ehrenamtliches Engagement der Senioren. So gründete sich 1993 ein Hörerbeirat, der Schritt für Schritt immer mehr Aufgaben übernahm, bis die Verantwortung für die anstehenden Probleme buchstäblich nach neuen Formen schrie. Die Sorge um den dauerhaften Erhalt der Seniorenuniversität, die ständig steigende Nachfrage nach Kursplätzen, deren Organisation nunmehr ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis erfolgte, erforderte eine juristische Lösung, die schließlich in Form eines Fördervereins gefunden wurde.

Am 31. Mai 1995 wurde von 10 Personen sowie Mitarbeitern der Charité pro seniores - Verein zur Förderung der Seniorenuniversität Berlin e. V. gegründet. Der neue Verein wuchs kontinuierlich auf heute deutlich über 1.000 Mitglieder. Der Verein erweiterte das Kursangebot wesentlich, rationalisierte die gesamte Organisation und sorgte für den Erhalt der Seniorenuniversität.

pro seniores e. V. heute

Seit 1994 unterliegen die organisatorischen Vorbereitungen einem standardisierten Verfahren:

  • Anmeldung aller Interessenten im Zeitraum von Mitte März bis Ende Mai für das folgende Studienjahr.
  • Zuordnung der Interessenten zu den Kursen entsprechend der verbindlichen Teilnahmebedingungen für Kurse.
  • Zusendung der Teilnehmerausweise und endgültigen Programme an die zugelassenen Interessenten ab Mitte August.
  • Eröffnung des Studienjahres in Rahmen einer Großveranstaltung im September.
  • Ablauf des Studienjahres gemäß Programm bis etwa Mai des Folgejahres.

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